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* Nachfolgend möchten wir Ihnen einige der wichtigsten Begriffe im Zusammenhang einer Behandlung mittels Hyperthermie erklären.

· Für wen kommt eine Hyperthermie-Behandlung in Betracht?
· Wie wird die lokale oder regionale Hyperthermie vertragen?
· Welche seltenen Nebenwirkungen sind bisher aufgetreten?
· Wie hoch ist die Ansprechrate auf die Behandlung mit Hyperthermie?
· Ab wann ist eine Verbesserung meines Zustands spürbar?
· Wie steht es mit der Übernahme der Kosten für die Hyperthermie?
· Was ist ein Applikator?
· Wie läuft eine lokale Hyperthermie ab?
· Wie läuft eine regionale Tiefenhyperthermie ab?
· Wie läuft eine Ganzkörper-Hyperthermie ab?

Weitere Fragen und vor allem Antworten zu den Punkten, Dauer der Behandlungund Schmerzen bei der Behandlung finden Sie auf der folgenden Seite im zweiten Teil der FAQs »»
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Für wen kommt eine Hyperthermie-Behandlung in Betracht?

Die Hyperthermie wird nicht als alleinige Therapie eingesetzt. Normalerweise wird sie mit Chemotherapie oder Radiotherapie (oder beidem) kombiniert.

Die lokale oder regionale Hyperthermie ist bei großen (fortgeschrittenen) Tumoren sinnvoll, die weder mit Operation noch mit alleiniger Strahlentherapie ausreichend gut behandelbar sind. Besonders lokale Rezidive (erneut nachwachsende Tumoren) fallen in diese Kategorie.

Fernmetastasen (Geschwulstabsiedlungen im gesamten Körper) können auch unter Einsatz der Ganzkörper-Hyperthermie (zusammen mit Chemotherapie) behandelt werden. Auch hier gilt, daß die Hyperthermie erst eingesetzt wird, wenn die anderen (konventionellen) Therapieverfahren sich als unzureichend erwiesen haben. Im Falle der Ganzkörper-Hyperthermie ist das insbesondere dann gegeben, wenn mehrere Chemotherapie-Verfahren bereits in der Behandlung des Tumorleidens versagt haben und die Tumorerkrankung immer wieder aufgetreten ist bzw. schlecht angesprochen hat.

Umgekehrt wird die Hyperthermie in der Regel nicht eingesetzt, wenn es ein Standard-Therapieverfahren für die vorliegende Tumorerkrankung gibt, die gute Ergebnisse aufweist. Dies muß im einzelnen in einer onkologischen Fachabteilung bzw. an einem onkologischen Zentrum geprüft werden.

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Wie wird die lokale oder regionale Hyperthermie vertragen?

Die lokoregionale Hyperthermie wird im allgemeinen sehr gut vertragen und kann ohne besondere Medikamente oder andere Vorbereitungen durchgeführt werden. Typischerweise tritt ein lokales Wärme- oder Hitzegefühl auf. Mitunter kann dieses Wärmegefühl als Mißempfindung bis hin zu einem Schmerzgefühl gesteigert werden – dieses muß sofort dem Arzt gemeldet werden und führt zu einer Änderung der Einstellung.

Nur in Ausnahmefällen kann es zu länger anhaltenden Beschwerden (bis hin zu Wochen) oder gar zu einer Verbrennung kommen. Bei der regionalen Hyperthermie werden größere Leistungen (mehrere 100 W) in den Körper eingestrahlt, so daß es zu einem Wärmestreß kommt. Dieses entspricht etwa einem Saunaaufenthalt und wird von kreislaufgesunden Patienten ohne weiteres vertragen.

Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Hyperthermie 60-90 Minuten dauert. Von manchen Patienten wird die Lagerung im Applikator oder auch auf einer Liege über einen so langen Zeitraum als unangenehm empfunden. Die umgebenden Wasserkissen können auch zu einem Engegefühl führen. Wichtig ist, daß vom Tumor herrührende Schmerzen ausreichend gut behandelt werden (es muß also vorher eine richtige Einstellung der Schmerzmitteltherapie erfolgt sein).

Bei der Ganzkörper-Hyperthermie wird der gesamte Körper auf eine Temperatur von 41-42 °C erwärmt. Sie wird in tiefer Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt und stellt für den gesamten Organismus eine größere Belastung dar. Man benötigt etwa einen Tag, um sich von der Therapie wieder vollständig zu erholen. Nebenwirkungen oder gar Komplikationen sind am ehesten von Seiten des Kreislaufs möglich, bei herzgesunden Patienten jedoch selten. Mitunter kann es zu oberflächlichen Verbrennungen kommen.

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Welche seltenen Nebenwirkungen sind bisher aufgetreten?

Wenn das Temperatur-Empfinden eingeschränkt ist, kann es bei der lokalen oder regionalen Hyperthermie zu unbemerkten Überhitzungen kommen. Dies ist möglich bei vorbehandelten Tumoren nach großen Operationen und bereits stattgehabter Bestrahlung etc. In solchen Fällen kann es zu Gewebedefekten bzw. Nekrosen nach Hyperthermie kommen. Durch sorgfältige Voruntersuchungen lassen sich solche Risikogruppen jedoch ermitteln und die tatsächliche Rate solcher Vorfälle liegt an den erfahrenen Zentren unter 1%.

In seltenen Fällen können Patienten die Lagerung im Ringapplikator über eine Stunde oder länger wegen sog. Klaustrophobie (Angst gegenüber engen Räumen) nicht ertragen. Dies kann durch sog. Probeliegen vorher ermittelt werden. Gabe von Beruhigungsmitteln kann hilfreich sein. Bei Vorliegen einer Klaustrophobie ist mitunter (selten) eine Hyperthermie nicht möglich.

Bei der Ganzkörper-Hyperthermie entstehen die möglichen Risiken durch die hohe Kreislaufbelastung und die Narkose (bzw. tiefe Betäubung). Hier wurden selten vorübergehende Störungen am Herzen (z.B. Rhythmusstörungen) oder am Hirn (z.B. vorübergehende Bewußtseinsstörung) beobachtet. Im Prinzip können auch andere Organsysteme betroffen sein (z.B. Niere, Leber). In der Praxis treten mit den heutigen Systemen solche Nebenwirkungen ebenfalls selten auf (im Prozentbereich). Ganz außerordentlich selten kann es bei der Ganzkörper-Hyperthermie auch zu einem tödlichen Ausgang kommen (alleine schon wegen des Narkoserisikos). Unsere Daten weisen aus, daß dies bei einer von 1.000 Behandlungen vorkommen kann.

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Wie hoch ist die Ansprechrate auf die Behandlung mit Hyperthermie?

Dieses hängt natürlich von der speziellen Erkrankung ab und kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Hyperthermie wird ja gerade eingesetzt, weil die Ansprechrate mit der alleinigen Chemotherapie oder Strahlentherapie unbefriedigend niedrig ist. Für jedes einzelne Behandlungskonzept (oder auch Studienkonzept) liegen Erfahrungswerte vor, die sie vom behandelnden Arzt erfragen können.

Für die meisten Behandlungskonzepte sollte die Ansprechrate über 50 % liegen. Mitunter ist es jedoch auch schon als Erfolg zu werten, wenn sich der Gesundheitszustand und Allgemeinzustand über einen längeren Zeitraum durch die Therapie stabilisieren läßt (z.B. über mehrere Monate).

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Ab wann ist eine Verbesserung meines Zustands spürbar?

Auch dieses hängt wieder vom entsprechenden Krankheitsbild ab. Wenn durch die Tumor-erkrankung Beschwerden, vor allem Schmerzen, verursacht werden, kann eine Linderung bereits nach wenigen Behandlungen einsetzen. In der Regel muß man mit Zeiträumen von einigen Wochen rechnen.

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Wie steht es mit der Übernahme der Kosten für die Hyperthermie?

Die in der IAH zusammengeschlossenen Zentren haben sich vor allem die Erforschung und Weiterentwicklung der Hyperthermie zum Ziel gesetzt. Zur Zeit sind die meisten Kassen (außer Privatkassen) nicht bereit, die Hyperthermie als eine ambulante Therapie zu vergüten.

Daher ist die Anwendung der Hyperthermie in der Regel mit einem stationären Aufenthalt in dem jeweiligen Zentrum mit eventuellen weiteren vor- und nachstationären Behandlungsterminen verbunden. Für diese stationäre Aufnahme benötigen Sie eine von Ihrer Kasse abgezeichnete Kostenübernahme (auf einem Einweisungsschein Ihres Hausarztes). Es empfiehlt sich auf diesem Einweisungsschein als Einweisungsgrund "Durchführung einer kombinierten Tumortherapie” anzugeben und den Begriff "Hyperthermie” gar nicht zu verwenden, da er erfahrungsgemäß nur zu unnötigen Diskussionen Anlaß gibt. Einige Zentren haben eine gesonderte Vereinbarung mit den Kassen über ein Sonderentgelt oder eine Fallpauschale (dieses ist jedoch für Sie als Patient eher marginal von Bedeutung).

Von den aktiven Zentren der IAH wird die Indikation zu einer Wärmetherapie kritisch und unter schulmedizinischen Gesichtspunkten geprüft. Daher sollten die entstehenden Kosten durch die Kostenträger abgedeckt sein und keine weiteren Kosten auf Sie zukommen.

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Was ist ein Applikator?

Mit Applikator bezeichnet man in der Hyperthermie diejenige Vorrichtung, mit der die Energie für die Temperaturerhöhung in den Patienten bzw. die jeweilige Körperregion eingebracht wird. In der Regel handelt es sich um spezielle Antennen oder Antennengruppen, die elektromagnetische Wellen abstrahlen. In der lokalen (oberflächlichen) Hyperthermie werden die Applikatoren auf den Tumor aufgesetzt (in der Regel mit einem zusätzlichen Wasserkissen angekoppelt). In der Tiefenhyperthermie liegt der Patient in einem Ringapplikator und wird in dem zu behandelnden Gebiet allseitig von einem Wasserbeutel (Wasserbolus) umschlossen, durch den die Energie in den Körper eingestrahlt wird. Der Druck dieses Wasserbeutels kann lästig sein (s. weiter oben).

Bei der Ganzkörper-Hyperthermie wird der Patient mit dem gesamten Körper in eine thermisch möglichst abgeschlossene Kabine eingebracht, in die dann Infrarot-Strahler integriert sind. Der Kopf ist außerhalb dieser Kabine.

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Wie läuft eine lokale Hyperthermie ab?

Mit der lokalen Hyperthermie werden oberflächliche Tumoren behandelt. Unter Umständen empfiehlt es sich, in Lokalanästhesie (unter CT- oder Ultraschall-Kontrolle) einen Katheter für eine Temperaturmessung in den Tumor einzubringen. Dieses muß mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Am Tag der Wärmetherapie werden Sie bequem auf einer Liege gelagert, wobei Lagerungshilfen und Kissen eingesetzt werden. Der vorgesehene Applikator wird auf dem Tumor positioniert und evtl. mit weiteren Maßnahmen fixiert. An verschiedenen Hautpunkten wird zusätzlich ein Temperatursensor fixiert. Anschließend wird die Leistung eingeschaltet und schrittweise erhöht. Beschwerden oder gar Schmerzen sollten dabei nicht auftreten (anderenfalls muß die Leistung wieder reduziert werden). Die wünschenswerten Temperaturen werden bei diesem Vorgehen jedoch nicht immer zweifelsfrei erreicht.

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Wie läuft eine regionale Tiefenhyperthermie ab?

In der Regel wird ein Tumor im Beckenbereich behandelt. Im Enddarm, in der Vagina und/oder in der Blase werden Katheter für die Aufnahme von Temperatursensoren plaziert. Anschließend wird der Ringapplikator über dem Behandlungsgebiet positioniert, dabei umgeben die Antennen ringförmig den gesamten Körperquerschnitt. Dann wird der Wasserbolus mit Wasser gefüllt, wobei er allseitig den Patienten umgibt. Dabei entsteht ein Wasserdruck, der zu einem gewissen Engegefühl führen kann. Wenn der Wasserbolus vollständig mit Wasser gefüllt ist, wird die Leistung eingeschaltet (mehrere 100 W). Langsam im Zeitraum von 10-20 Minuten erwärmt sich der Tumor zu der gewünschten Temperatur (41-42 °C). Anschließend muß diese Temperatur ca. 1 Stunde aufrecht erhalten werden. Sollten während dieser Zeit Beschwerden durch lokale Überhitzungen auftreten, gibt es verschiedene Maßnahmen zur Abhilfe (u.a. auch Reduktion der Leistung).

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Wie läuft eine Ganzkörper-Hyperthermie ab?

Die Ganzkörper-Hyperthermie findet in einer tiefen Betäubung oder einer Vollnarkose statt. Sie ist damit aufwendiger als die lokoregionalen Therapieverfahren.

Zu Anfang wird der Patient auf dem Lagerungstisch für den Ganzkörper-Applikator gelagert und für die Behandlung vorbereitet. Dabei werden die notwendigen venösen (und evtl. auch arteriellen) Zugänge vom Anästhesisten gelegt. Anschließend wird die Narkose eingeleitet. Alles andere, auch die Positionierung von weiteren Temperatursensoren im Enddarm oder in der Blase, findet dann später statt, ohne daß der Patient davon etwas mitbekommt.

Bei der Ganzkörper-Hyperthermie dauert es 1-2 Stunden, bis die gewünschte Temperatur von 41,5-42 °C im gesamten Organismus erreicht ist. Dann wird ebenfalls 60 Minuten diese Temperatur aufrecht erhalten. Die gesamte Behandlung dauert also 2-3 Stunden, zuzüglich einer Abklingphase von ca. 30 Minuten (bis wieder Temperaturen unter 39 °C im Körper vorliegen).

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Presse
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Hyperthermie in der Presse:

Pharmazeutische Zeitung vom 1.05.2008,
"Mit Hightech-Wärme gegen Krebs"
PDF-Datei anzeigenPDF-Datei [348 KB]

Spektrum Direkt vom 26.04.08,
"Mit Hitze gegen Krebs"
PDF-Datei anzeigenPDF-Datei [700 KB]

Krankenhaus Umschau, 3/2008,
"Die vierte Säule der Krebsbehandlung"
PDF-Datei anzeigenPDF-Datei [309 KB]



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