* Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hyperthermie Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hyperthermie Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hyperthermie * Impressum Impressum Impressum * Kontakt * FAQs * Links *
*
* * * * * * * * * * * * * *
*
*
*
Zur Startseite
*
Informationen
*
Therapieformen
*
Anwendungsgebiete
*
Behandlung
*
Studien
*
Hyperthermiezentren
*
FAQ
*
Glossar
*
Videos
*
Quiz
*
Presse
*
*
*
*
* Startseite / Presse / Interview Prof. Bamberg

*
* Interview mit Prof. Dr. Michael Bamberg
*
*
*
*
* "Die Hyperthermie kann Leben retten"

Prof. Dr. Michael BambergProf. Dr. Michael Bamberg ist Leiter der Strahlentherapie, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorsitzender des Vorstandes des Universitätsklinikums Tübingen. Seit 2004 ist Professor Bamberg auch Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. Medizinjournalistin Dr. Erentraud Hömberg sprach mit ihm über den Stellenwert der Hyperthermie in der modernen Krebstherapie.

Herr Professor Bamberg, Sie setzen in Tübingen bereits seit über zwölf Jahren neben der Strahlentherapie auch die Verfahren der lokalen Hyperthermie und der regionalen Tiefenhyperthermie ein. Können Sie uns die Gründe nennen?

Bamberg: Wir wissen schon lange, dass Krebszellen hitzeempfindlicher sind als gesunde Zellen. Daher gab es immer wieder Versuche, Krebs mit Hilfe von Wärme zu bekämpfen. Aber erst in den letzten 20 Jahren ist es amerikanischen Technikern gelungen, ein System zu entwickeln, das die Wärme über elektromagnetische Wellen in den Tumor bringen und die Temperatur präzise steuern kann. Die richtige Temperatur ist sehr wichtig, sie muss genau zwischen 42 und 43 Grad liegen: Ist sie niedriger, bleibt die Behandlung ohne Effekt, ist sie höher, kann sie im gesunden Gewebe Schaden anrichten. Die Hitze verbessert außerdem die Durchblutung im Krebsherd und führt zu einer wesentlich besseren Wirkung der Strahlen- oder Chemotherapie. Deshalb setzen wir die Hyperthermie immer nur in Kombination mit diesen Verfahren ein.

Worin unterscheidet sich das Universitätsklinikum Tübingen von anderen Hyperthermiezentren?

Bamberg: Wir haben hier seit kurzem die modernsten Geräte für die regionale Tiefenhyperthermie und die lokale Oberflächenhyperthermie, die es zurzeit gibt. Und das neue computergesteuerte Planungssystem „Hyperplan“ ermöglicht es unserem erfahrenen Team, Tumoren noch gezielter auf genau 42,5 Grad zu erwärmen und die Erfolgsrate der Strahlen- oder Chemotherapien oft um ein Vielfaches zu steigern. Und ganz wichtig für die Patienten: In unserer Klinik wird die Hyperthermiebehandlung voll von den Kassen übernommen.

Welchen Stellenwert hat die Hyperthermie Ihrer Meinung nach innerhalb der Krebsbehandlung?

Bamberg: Richtig angewendet, kann man die Hyperthermie neben der Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie als vierte Säule der Krebsbehandlung betrachten. Gerade bei fortgeschrittenen Tumoren können wir mit der Hyperthermie in Kombination mit den anderen Verfahren erstaunliche Erfolge erzielen: Das Spektrum reicht von der signifikanten Verbesserung der Lebensqualität und der Lebensverlängerung bis hin zur vollständigen Heilung bei manchen Tumorarten. Kurz: Die Hyperthermie kann Leben retten, Leben verlängern und Leben verbessern.

Kann man die Hyperthermie bereits als etabliertes Verfahren bezeichnen?

Bamberg: Ich bezeichne sie als etabliertes Verfahren, denn für viele Tumorarten ist die Hyperthermie längst aus dem Experimentierstadium heraus. Es gibt inzwischen eine große Anzahl wissenschaftlicher Studien, die die Wirksamkeit der Hyperthermie nachweisen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hat die Indikationen in seinem eigenen onkologischen Zentrum in Düsseldorf überprüft und bestätigt. Allerdings handelt es sich dabei um die hoch komplizierten Verfahren der regionalen Tiefenhyperthermie und der lokalen Oberflächenhyperthermie mit BSD-Geräten, die bisher nur stationär angewendet werden.

Dennoch werden die Kosten für die Hyperthermie nicht von allen Kostenträgern in Deutschland übernommen?

Bamberg: In Baden-Württemberg und in Bayern, also auch bei uns in Tübingen, wird die stationäre Hyperthermie von den Kassen erstattet. Auch für die anderen Bundesländer bin ich sehr zuversichtlich: In jüngster Zeit sind eine Reihe internationaler Studien abgeschlossen worden, die der Hyperthermie spektakuläre Erfolge bescheinigen. So konnten Patientinnen mit wiederkehrendem Brustkrebs durch ihren Einsatz zu 68 Prozent geheilt werden. Mit der Strahlentherapie alleine gelang das nur bei 23 Prozent. Auch die große Münchner Studie zur Regionalen Tiefenhyperthermie bei Weichteilsarkomen, deren Ergebnisse jetzt auf dem ASCO-Kongress in den USA präsentiert werden, wird zur Anerkennung der Hyperthermie – und zu ihrer Kostenerstattung - nachhaltig beitragen.

Hierzulande gibt es erst ca. ein Dutzend Zentren, in denen Hyperthermie qualitätsgesichert angeboten wird. Warum hat sich das Verfahren noch nicht überall durchgesetzt?

Bamberg: Es gibt in Deutschland eine Reihe von naturheilkundlich ausgerichteten Kliniken und Praxen, die Überwärmungstherapien anbieten. Leider sind viele dieser Verfahren völlig wirkungslos, weil sie die Zieltemperatur im Tumor schon aus rein technischen Gründen gar nicht erreichen können. Dadurch hat die Hyperthermie bei vielen seriös arbeitenden Ärzten ein zweifelhaftes Image. Dem müssen wir energisch entgegentreten. Die Hyperthermie, wie wir sie in Tübingen und in den anderen anerkannten Zentren betreiben, beruht auf einem wissenschaftlich evaluierten und technisch ausgereiften Verfahren. Diese Anlagen sind sehr teuer und erfordern viel Raum- und Personalaufwand. Das kann sich nicht jede Klinik leisten. Schon gar nicht, wenn sie die Kosten von den Kassen nicht erstattet bekommt.

Was glauben Sie als Strahlentherapeut und Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft: Werden in absehbarer Zukunft alle Krebspatienten, für die die Hyperthermie in Frage kommt, diese Behandlung auch erhalten können?

Bamberg: Wir müssen das Verfahren einfach noch bekannter machen und die neuen Studien sowohl in der Öffentlichkeit als auch in Fachkreisen kommunizieren. Als Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) möchte ich das Thema auf den einschlägigen Tagungen weit nach vorne bringen. Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie im nächsten Jahr wird die Hyperthermie einen breiten Raum einnehmen. Aber vor allem setze ich mich dafür ein, dass die Arbeitsgemeinschaft Hyperthermie, die ja eine Untergruppierung der DKG ist, noch stärker als bisher Studien zusammen mit den Kassen vorantreibt. Damit können wir erreichen, dass die Hyperthermie möglichst rasch in den Katalog der Regelleistungen aller gesetzlichen Versicherungen aufgenommen wird. Und ich bin mir ganz sicher: Wenn die Hyperthermie angemessen vergütet wird, wird sie auch sehr bald in vielen Kliniken angeboten. Denn die Patienten fragen ja schon jetzt immer wieder danach. Ich sehe sowohl Kliniken als auch Kassen in der Pflicht, Krebskranken diese Chance auf Heilung oder Verbesserung ihres Leidens nicht vorzuenthalten.

Herr Professor Bamberg, wir danken Ihnen für das Gespräch.


"Der (teilweise) Abdruck des Interviews bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch die Dr. Sennewald Medizintechnik GmbH."
*

*
*
*

*
**
nach oben *

*
*
*

*
**
*
*
* * * * * * * * *
* * * * * * *
*
Presse
*
*
*
Aktuelle Meldungen
ICHO 2008
ICHO 2008
"The Heat is on in Cancer Therapy"
10th International Congress On Hyperthermic Oncology. April 9 – 12, 2008.
Klinikum Großhadern, University of Munich, Germany. Preceded by ESHO School on
Clinical Hyperthermia, April 7–8

PDF-Datei anzeigenPDF-Download [459 KB]


PDF-Datei anzeigen CD Pressearbeit Hyperthermie 2006







*
*
*
Videos
*
*
*
Anschauliche Videos
Wir erklären Ihnen Grundlagen und
die Funktionsweise einer Therapie
mittels Hyperthermie
* Die Voraussetzungen für eine Behandlung mittels Hyperthermie
* Die Behandlung mittels Hyperthermie
Voraussetzung.movBehandlung.mov

*
*

*
Das Quiz der Hyperthermie
*
*
*
Sind Sie ein Experte?
Testen Sie Ihr Wissen zur Hyperthermie
Das Hyperthermie-Quiz »»

*
*
*